Warum greifen AM5 Käufer zu DDR5-6000 CL30?
Wer einen Rechner mit AMD Ryzen 7000 oder 9000 baut, stößt in Kaufberatungen fast immer auf diese Kombination. Der Grund liegt im Prozessor: Bei DDR5-6000 laufen Speicher, Speichercontroller und Infinity Fabric im Verhältnis 1:1. Kaufberater wie Newegg nennen DDR5-6000 CL30 deshalb den Sweet Spot für AM5. Wer erst einmal sehen will, was Arbeitsspeicher insgesamt kostet, findet alle Typen und Größen auf der Seite RAM Preise.
Eine offizielle AMD Vorgabe ist das allerdings nicht. AMD garantiert für Ryzen 9000 nur DDR5-5600 und für Ryzen 7000 DDR5-5200. Die 6000 MT/s erreicht das Kit über sein EXPO Profil, und das ist Übertakten. AMD und Intel weisen bei EXPO und XMP darauf hin, dass Übertakten außerhalb der Spezifikation liegt.
EXPO (AMD) oder XMP (Intel) im BIOS aktivieren. Ohne Profil startet ein DDR5-6000 Kit mit dem JEDEC Standardtakt, meist 4800 oder 5600 MT/s. Danach im BIOS oder unter Windows prüfen, ob wirklich 6000 MT/s anliegen.
Was bedeutet CL30 in Nanosekunden?
CL30 ist die CAS Latenz: die Zahl der Taktzyklen, die das Modul bis zur Antwort braucht. Allein sagt sie wenig, weil ein Takt bei höherer Geschwindigkeit kürzer ist. Die echte Latenz in Nanosekunden ergibt sich aus CL mal 2000 geteilt durch die Datenrate in MT/s. Diese Formel leitet sich aus der Erklärung von Crucial ab.
| Kit | Rechnung | Echte Latenz |
|---|---|---|
| DDR5-6000 CL30 | 30 x 2000 / 6000 | 10 ns |
| DDR5-6000 CL36 | 36 x 2000 / 6000 | 12 ns |
| DDR5-6400 CL32 | 32 x 2000 / 6400 | 10 ns |
| DDR4-3200 CL16 | 16 x 2000 / 3200 | 10 ns |
DDR5-6000 CL30 reagiert also so schnell wie ein gutes DDR4-3200 Kit, überträgt aber pro Sekunde fast doppelt so viele Daten (6000 statt 3200 MT/s). Crucial weist darauf hin, dass bei gleicher Latenz in Nanosekunden das schnellere Kit vorne liegt. Ein Kit mit 6000 MT/s und CL36 wartet dagegen pro Zugriff zwei Nanosekunden länger.
32GB oder 64GB, und welches Kit passt?
Für Gaming mit Browser und Chat im Hintergrund reicht laut Newegg ein Kit mit 32GB, also zwei Module mit je 16GB. Hier geht es diese Woche bei 519,90 € los. 64GB als zwei Module mit je 32GB lohnen sich für Videoschnitt, 3D Rendering oder lokale KI Modelle, ab 1.125,92 €. Weitere Größen und Geschwindigkeiten zeigen die Seiten 32GB RAM Preise und DDR5 RAM Preise.
Zwei Module sind besser als vier. AMD nennt für den Ryzen 7 9800X3D mit vier Modulen nur noch DDR5-3600, mit zwei Modulen DDR5-5600. Wer absehbar mehr als 32GB braucht, kauft deshalb gleich ein 64GB Kit, statt später ein zweites 32GB Kit dazuzustecken.
Beim Kit selbst zählt auf AM5 das EXPO Profil. Kingston führt die FURY Beast DDR5 Reihe mit EXPO und XMP Zertifizierung, mehr dazu auf der Seite Kingston FURY RAM Preise.
Auf Intel Core Ultra 200S ist DDR5 bis 6400 MT/s offiziell freigegeben, Newegg empfiehlt dort 6000 bis 6400 MT/s. Ein DDR5-6000 CL30 Kit passt also auch zu Intel, sofern es neben EXPO auch ein XMP Profil mitbringt. Zum Vergleich: Pro GB kostet das günstigste DDR5-6000 CL30 Kit 16,24 €, das günstigste DDR5 Desktop-Kit über alle Geschwindigkeiten 14,66 €. Ist ein Kit mit 5600 oder 6400 MT/s diese Woche spürbar günstiger, ist das ebenfalls ein guter Kauf.