RAM Preise Prognose: Wann sinken die Preise wieder?
Die Speicherhersteller rechnen 2027 mit noch knapperem Angebot, Acer-Chef Jason Chen dagegen mit sinkenden PC-Preisen ab Mitte 2027. Wer was erwartet und was das für Ihren nächsten RAM-Kauf in Deutschland bedeutet.
Das Wichtigste
- TrendForce erwartet für das vierte Quartal 2026 erneut steigende Vertragspreise für Standard-DRAM, rund 10 bis 15% gegenüber dem Vorquartal.
- Micron, SK hynix und Samsung rechnen 2027 mit einem knapperen Angebot als 2026.
- Acer-Chef Jason Chen ist die bekannteste Gegenstimme: Er erwartet den Höhepunkt der PC-Preise im ersten Halbjahr 2027.
- Keine Prognose, die wir gefunden haben, sieht günstigeren Arbeitsspeicher vor Ende 2026.
- Das günstigste 32GB DDR5 Desktop-Kit in unseren deutschen Daten kostet diese Woche 469,00 €.
Die kurze Antwort
Nicht bald, wenn die Speicherhersteller recht behalten. TrendForce, Micron, SK hynix und Samsung rechnen alle damit, dass das Angebot 2027 knapp bleibt oder sogar knapper wird. Die einzige bekannte Stimme, die eine Entspannung erwartet, ist Acer-Chef Jason Chen: Er sieht den Höhepunkt der PC-Preise im ersten Halbjahr 2027 und danach nachgebende Preise. Die ehrliche Antwort lautet also: Die Prognosen widersprechen sich, und die meisten sagen noch nicht.
Diese Seite gehört zu unserem Überblick über die Speicherkrise RAMageddon. Die Ursachen des Anstiegs erklärt der Artikel warum RAM so teuer ist, den bisherigen Verlauf zeigt RAM-Preise steigen. Hier geht es um den Blick nach vorn: wer was für Ende 2026, für 2027 und für 2028 erwartet, und was das heißt, wenn Sie ein Kit brauchen.
Was die Prognosen sagen
Die Tabelle fasst die Prognosen zusammen, die wir einer namentlich genannten Quelle zuordnen können. Alles darin sind Erwartungen, keine Fakten, und nicht alle messen dasselbe.
| Wer | Ende 2026 | 2027 | 2028 und später |
|---|---|---|---|
| TrendForce (Marktforschung) | Vertragspreise Standard-DRAM plus 10 bis 15% zum Vorquartal | Server-DRAM jedes Quartal teurer, aber langsamer; Angebot an PC-DRAM könnte sinken | keine Zahl in unseren Quellen |
| Micron, Chef Sanjay Mehrotra | keine eigene Zahl | Nachfrage über dem Angebot, knapper als 2026 | Nachfrage über dem Angebot, kein Ausgleich in Sicht |
| SK hynix, Chef Kwak Noh-Jung | keine eigene Zahl | Höhepunkt der Knappheit | knappes Angebot bis 2030 |
| Samsung | keine eigene Zahl | Angebot wird knapper, HBM für 2027 praktisch ausverkauft | keine Zahl |
| Acer, Chef Jason Chen | PC-Preise plus 5 bis 20% | Höhepunkt im ersten Halbjahr, danach Entspannung | keine Zahl |
TrendForce ist am konkretesten. In der Mitteilung vom 30. September 2026 erwartet der Marktforscher für das vierte Quartal Vertragspreise für Standard-DRAM, die 10 bis 15% über dem Vorquartal liegen, bei weiter unterversorgtem Markt. Für das dritte Quartal lag die Prognose noch bei 13 bis 18%. Das Tempo sinkt also, die Richtung bleibt. Für Endkunden-DRAM schreibt TrendForce ausdrücklich, dass die Preise weiter steigen, nur langsamer, weil die großen Hersteller ihre Produktion dafür kürzen. Eine TrendForce-Meldung vom 20. Oktober 2026 nennt sogar rund 20% für das vierte Quartal, ohne den zugrunde liegenden Bericht zu nennen; wir halten uns an die Spanne aus der Pressemitteilung.
Micron ist unter den Herstellern am pessimistischsten. Auf der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen am 30. September 2026 sagte Chef Sanjay Mehrotra laut Tom's Hardware, die Nachfrage übersteige 2027 und 2028 das Angebot, die Lage werde enger als 2026, ein Ausgleich sei nicht in Sicht. Laut CIO hat Micron schon mehr als 75% seiner Produktion für 2027 fest vergeben.
SK hynix-Chef Kwak Noh-Jung erwartet laut TechSpot den Höhepunkt der Knappheit 2027 und ein knappes Angebot bis 2030. TrendForce berichtete am 29. Oktober 2026 unter Berufung auf Reuters, SK hynix habe diese Warnung einen Tag zuvor wiederholt. Samsung erwartet laut demselben Bericht, dass sich das Chipangebot 2027 weiter verknappt, und hat laut Aju Business Daily langfristige Lieferverträge mit zehn großen Kunden unterschrieben.
Warum sich die Prognosen widersprechen
Jason Chen sagte DigiTimes, wie TechSpot berichtet, er erwarte Ende 2026 um 5 bis 20% höhere PC-Preise, einen Höhepunkt im ersten Halbjahr 2027 und danach eine Entspannung. Als Grund nennt er günstigeres Angebot chinesischer Hersteller wie CXMT, und er hält die Knappheit für ein Problem teurer High-End-Bauteile. CXMT kam laut BusinessKorea im zweiten Quartal 2026 auf 10% des weltweiten DRAM-Umsatzes und ist damit die Nummer vier. Wichtig: Chen spricht über PC-Preise, nicht über den Preis eines Speicherkits im Handel.
Die Speicherhersteller schauen auf andere Kunden. Cloud-Anbieter sichern sich Speicher mit mehrjährigen Lieferverträgen, und Server bringen höhere Margen als Speicher für Endkunden. TrendForce schreibt, das Angebot an PC-DRAM könne 2027 sinken, weil noch mehr Kapazität in Server-Produkte wandert. Solange dieses Geld fließt, haben die Hersteller wenig Grund, Wafer zurück zu Desktop-Kits zu schieben.
Auch neue Fabriken gehören in die Rechnung. Microns erstes neues Werk in Idaho sollte nach Angaben vom Dezember 2025 Mitte 2027 die Produktion aufnehmen, SK hynix plant den ersten Reinraum im Yongin-Cluster für Anfang 2027. Gleichzeitig soll HBM, der Speicher für KI-Beschleuniger, 2027 fast 30% der DRAM-Waferkapazität belegen, nach etwa 20% im September 2026, so DigiTimes. Unsere Einschätzung: Neue Kapazität bedient zuerst Server, eine neue Fabrik heißt also nicht sofort günstigeres DDR5 im Shop.
Ein technischer Sprung aus China ist ebenfalls kein schneller Ausweg. CXMT meldete Fortschritte bei einer neuen Zellarchitektur, laut TrendForce rechnet die Branche aber erst nach 2028 mit der breiten Serienfertigung.
Was der Markt gerade zeigt
Der freie Markt zeigt noch keine Wende. Der Spotpreis des Referenzchips DDR4 1Gx8 3200MT/s lag laut TrendForce am 27. Oktober 2026 bei 47,04 US-Dollar, ein Plus von 0,55% zur Vorwoche. Ende September 2025 waren es 5,947 US-Dollar, der heutige Wert ist also knapp das Achtfache. TrendForce beschreibt den Handel derzeit als dünn und von schwacher Nachfrage gebremst. Seitwärts auf diesem Niveau ist eine Pause, kein Rückgang.
Im Handel kommt jede Bewegung verzögert an, denn Endkundenpreise folgen Vertrags- und Spotpreisen mit Wochen bis Monaten Abstand. Für den Euroraum meldete ComputerBase für August 2026 laut TechPowerUp ein Plus der Speicherpreise von 345% gegenüber dem Vorjahr. Das ist ein Zweitbericht und gilt für Speicher allgemein, nicht für ein bestimmtes Kit.
Unsere eigenen Zahlen aus Deutschland kommen von Alternate.de, Amazon.de, Caseking und Cyberport. Die Tabelle nutzt die letzte Prüfung vom 2. November 2026, Preise inklusive Mehrwertsteuer.
| Desktop-Kit | Günstigster Preis | Medianpreis | Veränderung über 4 Wochen |
|---|---|---|---|
| 16GB DDR5 | 249,90 € | 328,00 € | noch nicht gemessen |
| 32GB DDR5 | 469,00 € | 645,00 € | noch nicht gemessen |
| 64GB DDR5 | 1.037,40 € | 1.521,87 € | noch nicht gemessen |
| 32GB DDR4 | 189,99 € | 291,93 € | noch nicht gemessen |
Veränderung des Median-Preises pro GB bei DDR5 Desktop-Kits über 12 Wochen: noch nicht gemessen. Veränderung seit 13. Oktober 2026: noch nicht gemessen. Unsere Erfassung für Deutschland ist jung, eine Wende würde hier erst nach einigen Wochen sichtbar. Die Seite RAM-Preisentwicklung ergänzt jede neue Woche.
Jetzt kaufen oder warten?
Wenn Ihr PC defekt ist oder Sie für die Arbeit mehr Speicher brauchen, kaufen Sie jetzt. Keine der Prognosen oben deutet auf niedrigere Preise in den nächsten Monaten, der Ausblick von TrendForce für das vierte Quartal zeigt in die andere Richtung. Selbst eine Wende am Großhandelsmarkt bräuchte Zeit, bis sie im Regal ankommt.
Ist das Upgrade nur ein Wunsch, kostet Warten wenig. Seien Sie sich aber der Wette bewusst: Sie setzen auf Acer-Chef Chen und gegen die Speicherhersteller. Legen Sie einen Preis fest, den Sie zahlen wollen, und prüfen Sie ihn alle paar Wochen.
In beiden Fällen gilt: Kaufen Sie die Größe, die Sie brauchen, und nicht mehr. Vergleichen Sie Kits nach Preis pro GB auf der Seite DDR5 RAM Preise oder unter 32GB RAM Preise. Für einen Desktop ist ein Kit aus zwei gleichen Modulen die übliche Wahl.
Warten lohnt sich nur, wenn die Preise tatsächlich sinken, und die Speicherhersteller erwarten das nicht bald. Löst mehr RAM heute ein echtes Problem, kostet jede Woche Warten Arbeitszeit mit zu wenig Speicher. Prüfen Sie vor dem Preisvergleich, welche Generation Ihr Mainboard aufnimmt.
Planen Sie stattdessen ein neues Notebook? Laut TrendForce könnten Hersteller den Arbeitsspeicher kürzen, um Preise zu halten. Viele dünne Notebooks haben fest verlöteten Speicher, prüfen Sie also das Datenblatt und kaufen Sie gleich genug RAM.
Was wir noch nicht wissen
- Ob Acer-Chef Chen oder die Speicherhersteller mit ihrer Sicht auf 2027 recht behalten.
- Wie viel der neuen Fabrikkapazität ab 2027 in DDR5 für Endkunden fließt und wie viel in HBM und Server-Speicher.
- Ob günstigeres Angebot von CXMT und anderen kleineren Herstellern in nennenswerter Menge deutsche Shops erreicht.
- Ob die Nachfrage der Cloud-Anbieter nach Server-Speicher im bisherigen Tempo weiterwächst oder nachlässt.
- Wie lange ein Rückgang bei Vertrags- oder Spotpreisen bräuchte, bis er in Deutschland im Shop sichtbar wird.
Fragen
Werden die RAM-Preise 2026 noch sinken?
Nach den Prognosen, die wir gefunden haben, nicht. TrendForce erwartet für das vierte Quartal 2026 weiter steigende Vertragspreise, und die Preise im Handel folgen den Vertragspreisen mit Wochen bis Monaten Verzögerung.
Wann fallen die RAM-Preise wieder?
Ein Datum kann niemand seriös nennen. Micron, SK hynix und Samsung erwarten 2027 ein knapperes Angebot, Acer-Chef Jason Chen rechnet dagegen nach dem ersten Halbjahr 2027 mit nachgebenden PC-Preisen.
Soll ich RAM jetzt kaufen oder warten?
Wer Speicher für die Arbeit braucht oder einen PC reparieren muss, kauft jetzt die nötige Größe. Bei einem reinen Wunschupgrade kostet Warten wenig, doch keiner der Speicherhersteller sagt einen Rückgang voraus.
Was kostet 32GB DDR5 gerade in Deutschland?
Ab 469,00 € für ein Desktop-Kit in unserer Prüfung vom 2. November 2026, der Medianpreis liegt bei 645,00 €. Preise inklusive Mehrwertsteuer.
Quellen
- AI Server Demand Sustains Memory Contract Price Increases in 4Q26, While Consumer-Side Pressure Persists, TrendForce
- AI Server Demand Continues to Support Memory Prices in 3Q26, but Gains Moderate as Consumer Demand Weakens and High Base Effects Take Hold, TrendForce
- TrendForce Pressemitteilung zu Server-DRAM und langfristigen Lieferverträgen (9. Juli 2026), TrendForce
- Micron projects tightening RAM shortages through 2028 as it generates record profit, Tom's Hardware
- Memory squeeze set to tighten through 2028, Micron says, CIO
- Acer CEO says PC prices could fall by 2027, accuses rivals of milking the RAM shortage for profit, TechSpot
- Samsung Says HBM Share Matches DRAM Standing as HBM4 Sales Triple; DS Margin Hits 72%, 10 LTA Clients Signed, TrendForce
- Samsung, SK hynix Race to Expand HBM Output as Supply Remains Tight, BusinessKorea
- HBM to take nearly 30% of DRAM capacity as Samsung speeds up P5, DigiTimes
- DRAM Prices Seen Rising 20% QoQ in 4Q26 Despite Slower Gains; AI Demand, Tight Supply Support Outlook, TrendForce
- Micron outlines grim outlook for DRAM supply in first earnings call since killing Crucial memory and SSD brand, Tom's Hardware
- Memory Spot Price Update: NAND Price Cuts Accelerate Amid China Phone Discounts; 512Gb TLC Sink 9.19%, TrendForce
- Memory Spot Price Update: DDR4 Drives DRAM Price Rally, Mainstream Chips Surge 6.88% This Week, TrendForce
- Memory Prices Break a Record With Nearly 500% Surge in the Last 12 Months, TechPowerUp
- Rising Costs Threaten Notebook Demand in 2027, Raising Risks of Shipment Declines and Price Increases, TrendForce
- So erfassen wir RAM-Preise, theRAMageddon
Gregory ist das Pseudonym für die Preisdatenblätter und Hintergrundtexte von theRAMageddon. Die Texte entstehen mit KI-Unterstützung aus unseren eigenen wöchentlichen Preisdaten, nach unseren redaktionellen Richtlinien.