Warum ist RAM so teuer? Die Gründe für die Preisexplosion
Kurz gesagt: KI-Server zahlen für dieselben Speicherchips mehr als PC-Käufer, DDR4 läuft aus und neue Werke brauchen Jahre. Hier jede Ursache einzeln und was ein Kit bei Alternate.de, Amazon.de, Caseking und Cyberport diese Woche kostet.
Das Wichtigste
- Die großen DRAM-Hersteller lenken Fertigung in Speicher für KI- und Cloud-Server, weil er pro Wafer deutlich mehr einbringt.
- Micron sagte im Dezember 2025, es könne nur die Hälfte bis zwei Drittel der Nachfrage seiner wichtigsten Kunden bedienen.
- DDR4 wird von Samsung, SK hynix und Micron abgekündigt und ist deshalb keine günstige Ausweichlösung mehr.
- Große Kits trifft die Knappheit besonders: In den USA legte laut TechPowerUp ein 2x32GB DDR5 Kit binnen eines Jahres am stärksten zu.
- Das günstigste 32GB DDR5 Desktop-Kit kostet in unseren Daten diese Woche 469,00 €.
Kurz gesagt
RAM ist so teuer, weil die Hersteller von Speicherchips einen Abnehmer gefunden haben, der weit mehr zahlt als PC-Käufer: Rechenzentren für KI und Cloud. Jeder Wafer, aus dem Serverspeicher wird, fehlt bei Desktop- und Notebook-Modulen. Gleichzeitig läuft DDR4 aus, und neue Fabriken liefern erst in Jahren spürbar mehr.
Diese Seite gehört zu unserem Überblick zur Speicherkrise, der den ganzen Verlauf erzählt. Hier geht es nur um die Ursachen: Was treibt den Preis eines Kits nach oben, und was davon dürfte bleiben? Wie hoch der Anstieg bisher ausfiel, steht auf der Seite RAM-Preise steigen.
Die Ursachen im Überblick, mit den Quellen, auf die wir uns stützen:
| Ursache | Was passiert | Quelle |
|---|---|---|
| KI- und Cloud-Server | Fertigung wandert zu HBM und Server-DDR5 | Micron, TrendForce |
| Ende von DDR4 | Die großen Hersteller fahren DDR4 herunter | TrendForce, Tom's Hardware |
| Rückzug von Crucial | Micron beliefert keine Endkunden mehr unter eigener Marke | Micron |
| Lange Lieferverträge | Cloud-Anbieter sichern sich Speicher für mehrere Jahre | TrendForce |
| Langsamer Ausbau | Neue Werke sollen erst ab 2027 anlaufen | Micron, BusinessKorea |
KI-Server zahlen mehr als Ihr PC
Der Großteil des weltweiten DRAM stammt von Samsung, SK hynix und Micron. Was diese drei bauen, bestimmt den Preis für alle anderen. Und gebaut wird derzeit vor allem, was Rechenzentren kaufen.
HBM, der gestapelte Speicher auf KI Beschleunigern, braucht laut Micron rund dreimal so viel Wafer-Fläche wie DDR5. Das sagte das Unternehmen im Dezember 2025 bei seiner Quartalskonferenz, wie Tom's Hardware berichtete. Im selben Gespräch hieß es, Micron könne nur die Hälfte bis zwei Drittel der Nachfrage seiner wichtigsten Kunden decken. HBM3e kostete laut TrendForce schon im zweiten Quartal 2025 mehr als das Vierfache von DDR5, und beide konkurrieren um dieselbe Fertigung.
Inzwischen geht es nicht mehr nur um HBM. Server für KI Inferenz und KI Agenten nutzen gewöhnliche DDR5 Servermodule (RDIMM), so TrendForce im Juni 2026. Diese Chips stehen in direkter Konkurrenz zu denen in Desktop-Kits. Cloud-Anbieter binden ihren Bedarf zudem über mehrjährige Lieferverträge, ein wachsender Teil der Produktion ist also vergeben, bevor er den freien Markt erreicht. TrendForce schätzt die Investitionen der neun größten Cloud-Anbieter für 2026 auf 957 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 106%, und nennt knappen, teureren Speicher als einen Grund für steigende Preise von KI Server-Racks.
Ein Beispiel für die Folgen: Am 3. Dezember 2025 kündigte Micron den Rückzug aus dem Crucial Endkundengeschäft an, um größere strategische Kunden besser zu beliefern. Micron produziert weiter DRAM, der in Modulen anderer Marken und in Fertig-PCs landet. Garantie und Support für Crucial Produkte laufen weiter. Was an Crucial Kits noch im Handel liegt, ist Restbestand.
DDR4 ist keine Ausweichlösung mehr
Normalerweise wird die alte Generation billiger, sobald die neue übernimmt. Diesmal haben alle drei großen Hersteller 2025 angekündigt, DDR4 auslaufen zu lassen, um Linien für DDR5, LPDDR5 und HBM frei zu machen. Server-Bestellungen von Cloud-Anbietern drängten danach die DDR4 Mengen für PCs und Endgeräte zurück.
Die Wirkung kam schnell. Im Juli 2025 kostete ein 8GB DDR4 Modul für PCs mehr als ein 8GB DDR5 Modul, eine seltene Umkehr, auf die TrendForce im August 2025 hinwies. Den DDR4 Referenzchip am Spotmarkt (1Gx8, 3200 MT/s) führte TrendForce Ende September 2025 bei 5,947 US-Dollar, Ende Dezember 2025 bei 23,746 US-Dollar und am 20. Oktober 2026 bei 46,357 US-Dollar.
Kleinere Hersteller aus Taiwan wie Nanya, Winbond und PSMC springen bei DDR4 und DDR3 ein, können die Lücke laut TrendForce aber nicht ganz schließen. DDR4 und DDR5 passen nicht in die Steckplätze der jeweils anderen Generation. Wer ein DDR4 System hat, vergleicht deshalb die DDR4 Preise mit dem Aufpreis für einen Plattformwechsel.
Neue Fabriken brauchen Jahre
Mehr DRAM lässt sich nicht kurzfristig herstellen. Laut TrendForce holen die Hersteller 2026 zusätzliche Mengen vor allem über feinere Fertigungsprozesse heraus, weil neue Reinräume Zeit brauchen. Für 2027 erwartet TrendForce beim Angebot an Server-RDIMM nur ein Wachstum von 15 bis 20% gegenüber dem Vorjahr.
Die Zeitpläne für neue Werke: Microns erstes neues Werk in Idaho sollte nach dem Stand vom Dezember 2025 Mitte 2027 Chips liefern, das Werk in New York etwa 2030. SK hynix will den ersten Reinraum im Yongin Cluster laut BusinessKorea Anfang 2027 eröffnen. Dass neue Kapazität bei den großen drei zuerst in HBM und Serverspeicher fließt, ist unsere Einschätzung aus diesen Plänen und keine Zusage eines Herstellers. Ein neues Werk heißt also nicht automatisch günstigeres DDR5 im Shop.
Micron-Chef Sanjay Mehrotra sagte am 30. September 2026 laut Tom's Hardware, die Nachfrage werde 2027 und 2028 das Angebot übersteigen, die Knappheit sogar größer sein als 2026. TrendForce erwartet für das vierte Quartal 2026 bei Standard-DRAM weiter steigende Vertragspreise, um 10 bis 15% gegenüber dem Vorquartal.
Die Hersteller verdienen so gut wie nie
Hohe Preise sind kein Zeichen dafür, dass es den Herstellern schlecht geht. Micron meldete für sein viertes Geschäftsquartal 2026 einen Umsatz von 54,23 Milliarden US-Dollar nach 11,32 Milliarden ein Jahr zuvor. Die Bruttomarge nach GAAP lag bei 86,8%, nach 44,7% im Vorjahresquartal.
Samsung rechnet für das dritte Quartal 2026 laut vorläufiger Prognose mit rund 107,4 Billionen Won operativem Gewinn, nach 12,17 Billionen Won ein Jahr zuvor. Die Zahl gilt für den ganzen Konzern, nicht nur für Speicher. Bei solchen Margen im Servergeschäft gibt es wenig Anlass, Kapazität bald zurück zu Endkunden-Modulen zu verlagern.
Nicht alle sehen die Zukunft so düster. Acer-Chef Jason Chen erwartet laut TechSpot, dass PC-Preise in der ersten Hälfte 2027 ihren Höhepunkt erreichen und danach nachgeben, auch dank günstigerer Ware aus China wie von CXMT. Micron und SK hynix gehen in die andere Richtung, die Frage ist offen.
Warum ist 64GB DDR5-RAM so teuer?
Ein 64GB Kit enthält doppelt so viel DRAM wie ein 32GB Kit. Wenn genau dieser DRAM knapp ist, schlägt jeder Aufpreis pro Gigabyte doppelt auf den Kitpreis durch. In den USA war der Anstieg bei großen Kits laut TechPowerUp, gestützt auf Daten von PCPartPicker, am stärksten: von 372% bei einem 2x16GB DDR5-4800 Kit bis 485% bei einem 2x32GB DDR5-5600 Kit, jeweils August 2026 gegenüber dem Vorjahr. Ein 64GB DDR5-6000 Kit kostete dort 1.272 US-Dollar statt 222 US-Dollar.
Für Deutschland zeigen unsere eigenen Daten, wie sich der Preis pro GB je nach Größe verteilt. Bester Preis pro GB bei 32GB DDR5 Desktop-Kits: 14,66 €, bei 64GB: 16,21 €. Alle Kits dieser Größe stehen auf der Seite 64GB RAM Preise.
Wer 64GB braucht, nimmt besser ein Kit aus zwei 32GB Modulen als vier 16GB Module. AMD garantiert etwa für den Ryzen 9 9950X DDR5-5600 mit zwei Modulen, mit vier Modulen nur DDR5-3600.
Was ein Kit in Deutschland diese Woche kostet
Ladenpreise folgen Vertrags- und Spotpreisen mit Wochen bis Monaten Verzögerung. Für den Euroraum meldete ComputerBase für August 2026 ein Plus von 345% bei Speicherpreisen gegenüber dem Vorjahr. Diese Zahl kennen wir nur aus zweiter Hand über TechPowerUp.
Die Tabelle zeigt unsere eigenen Werte aus dem letzten Lauf vom 2. November 2026 bei Alternate.de, Amazon.de, Caseking und Cyberport. Preise inklusive Mehrwertsteuer.
| Desktop-Kit | Günstigster Preis | Medianpreis | Kits im Vergleich |
|---|---|---|---|
| 16GB DDR5 | 249,90 € | 328,00 € | 55 |
| 32GB DDR5 | 469,00 € | 645,00 € | 162 |
| 64GB DDR5 | 1.037,40 € | 1.521,87 € | 54 |
| 32GB DDR4 | 189,99 € | 291,93 € | 50 |
Veränderung des Median-Preises pro GB bei DDR5 Desktop-Kits über 4 Wochen: noch nicht gemessen. Über 12 Wochen: noch nicht gemessen. Veränderung seit 13. Oktober 2026: noch nicht gemessen. Unsere Erfassung für Deutschland ist jung, die Werte decken also nur die Zeit seit unserem Start ab, nicht die ganze Preiswelle. Den Verlauf Woche für Woche zeigt die Seite zur RAM-Preisentwicklung.
Prüfen Sie zuerst, welchen Speicher Ihr Mainboard aufnimmt. Ein günstigeres Kit der falschen Generation ist kein Schnäppchen, denn DDR4 und DDR5 passen nicht in denselben Steckplatz.
Wer jetzt Speicher braucht, kauft die nötige Größe und vergleicht den Preis pro GB in unserer Übersicht der RAM Preise oder direkt bei den 32GB DDR5 Desktop-Kits. Bei einem Upgrade, das warten kann, kostet Abwarten wenig, doch keine der genannten Prognosen sagt einen schnellen Rückgang voraus.
Was wir noch nicht wissen
- Wie viel der neuen Fertigung ab 2027 in DDR5 für Endkunden fließt und wie viel in HBM und Serverspeicher.
- Ob günstigere Ware von kleineren Herstellern wie CXMT in nennenswerter Menge in deutschen Shops ankommt.
- Ob die Nachfrage nach Servern für KI Inferenz im bisherigen Tempo weiter wächst.
- Wie viel der Vertragspreiserhöhungen aus dem vierten Quartal 2026 bei Ladenpreisen in Deutschland ankommt und wann.
Fragen
Warum ist RAM so teuer?
Weil die wenigen Hersteller von DRAM-Chips mehr Kapazität in Speicher für KI- und Cloud-Server stecken, der ihnen pro Wafer viel mehr einbringt. Für Module im Handel bleibt weniger übrig, während PC-Hersteller weiter auf Vorrat kaufen.
Warum ist Arbeitsspeicher auch bei DDR4 so teuer?
Samsung, SK hynix und Micron haben 2025 angekündigt, die DDR4 Fertigung auslaufen zu lassen. Das Angebot schrumpft, während Serverkunden DDR4 weiter bestellen, also wurde auch die ältere Generation teurer.
Warum ist 64GB DDR5-RAM so teuer?
Ein 64GB Kit enthält doppelt so viel DRAM wie ein 32GB Kit, und genau dieser DRAM ist knapp. Das günstigste 64GB DDR5 Desktop-Kit kostet in unseren Daten diese Woche 1.037,40 €.
Wann wird RAM wieder günstiger?
Die Prognosen widersprechen sich. Micron und TrendForce erwarten auch 2027 knappes Angebot, Acer-Chef Jason Chen rechnet dagegen mit einem Höhepunkt der PC-Preise in der ersten Hälfte 2027 und danach mit Entspannung.
Was kostet 32GB DDR5 gerade?
Ab 469,00 € für ein Desktop-Kit, der Median liegt bei 645,00 €. Stand ist unser letzter Lauf vom 2. November 2026, Preise inklusive Mehrwertsteuer.
Quellen
- Micron outlines grim outlook for DRAM supply in first earnings call since killing Crucial memory and SSD brand (17. Dezember 2025), Tom's Hardware
- Micron Announces Exit from Crucial Consumer Business (3. Dezember 2025), Micron Technology
- Tight DRAM Supply to Boost DDR5 Contract Prices; Profitability in 2026 Expected to Surpass HBM3e (29. Oktober 2025), TrendForce
- Rapid Contract Price Surge Drives 1Q26 DRAM Industry Up 81% QoQ (1. Juni 2026), TrendForce
- TrendForce Pressemitteilung zu Server-DRAM und langfristigen Lieferverträgen (9. Juli 2026), TrendForce
- CSP CapEx Projected to Exceed US$1.5 Trillion in 2027 (14. Oktober 2026), TrendForce
- DDR4 and LPDDR4 Supply Tightens Sharply in 2H25 as Structural Shortage Drives Strong Price Surge (11. August 2025), TrendForce
- AI Server Demand Continues to Support Memory Prices in 3Q26, but Gains Moderate (3. Juli 2026), TrendForce
- Memory Spot Price Update: DDR4 Drives DRAM Price Rally (24. September 2025), TrendForce
- Memory Spot Price Update: DDR4 Spot Prices Climb as Samsung Holds EOL Line (31. Dezember 2025), TrendForce
- Memory Spot Price Update: DDR5 Supply Tight, DDR4 Trading Weak Despite 0.84% Gain in Mainstream Prices (21. Oktober 2026), TrendForce
- AI Server Demand Sustains Memory Contract Price Increases in 4Q26, While Consumer-Side Pressure Persists (30. September 2026), TrendForce
- Samsung, SK hynix Race to Expand HBM Output as Supply Remains Tight (September 2026), BusinessKorea
- Micron projects tightening RAM shortages through 2028 as it generates record profit (1. Oktober 2026), Tom's Hardware
- Micron Technology, Inc. Reports Record Fiscal Fourth-Quarter and Full-Year 2026 Results (30. September 2026), Micron Technology
- Samsung Electronics Announces Earnings Guidance for Third Quarter 2026 (8. Oktober 2026), Samsung Newsroom
- Acer CEO says PC prices could fall by 2027, accuses rivals of milking the RAM shortage for profit (21. September 2026), TechSpot
- Memory Prices Break a Record With Nearly 500% Surge in the Last 12 Months (18. August 2026), TechPowerUp
- AMD Ryzen 9 9950X Produktspezifikationen, AMD
- DDR5 memory standard: An introduction to the next generation of DRAM module technology, Kingston
- So erfassen wir RAM-Preise, theRAMageddon
Gregory ist das Pseudonym für die Preisdatenblätter und Hintergrundtexte von theRAMageddon. Die Texte entstehen mit KI-Unterstützung aus unseren eigenen wöchentlichen Preisdaten, nach unseren redaktionellen Richtlinien.